Orgasmus-Frage 3

Der Berliner Liebeskunst-Netzwerk-Newsletter hat meine Kollegin Vivien Schlitter und mich gebeten, die Fragen seiner Leserinnen zum Thema Orgasmus zu beantworten.
„Leserinnen Fragen – Orgasmuscoachinnen antworten“ nennt sich diese Aktion. Hier auch für dich die Fragen und Antworten.

Orgasmus-Frage (3)

Hallo,

ich komme überhaupt nicht mit einem Mann (auch nicht, wenn er nur zusieht)…
Allerdings wenigstens klitoral und vaginal stark stimuliert mit Hilfe von Vibratoren bekomme ich einen Orgasmus.
Wenn ich mit einem Mann versuche einen Orgasmus zu haben, kommt bei mir immer ein Moment Angst hoch (ich weiß nicht woher)… und ich kann nicht fortfahren.
Da ich mir ziemlich sicher bin, keine Missbrauchserfahrungen gemacht zu haben (zumindest sexuell), frage ich mich, woher dies noch kommen könnte und was ich tun kann, um dies zu verändern?

Unsere Antwort

Liebe Unbekannte,

deine Frage ist für uns nicht so einfach zu beantworten, weil wir dafür gerne mehr von dir wissen würden. Aber wir schreiben dir mal was uns dazu einfällt und vielleicht ist ja ein Impuls für dich dabei, der dich weiterbringt.

Zum Thema Angst

Wenn du Angst hast, beeinflusst das natürlich die Reaktion deines Körpers. Bei Angst wirkt der Sympathikus: Adrenalin wird ausgeschüttet, die Herz- und Atemfrequenz sowie der Blutdruck steigt. Ein wenig Angst kann durchaus anregend wirken. Zu viel Angst führt aber dazu, dass dein Körper schlechter durchblutet wird, speziell auch die Geschlechtsorgane, und du dich deshalb nicht mehr gut spürst. Es ist also kein Wunder, dass mit der Angst auch die Erregung verschwindet.
Es wäre daher wichtig, sich diese Angst mal anzuschauen: Ist sie neu? Wann ist sie entstanden? Was liegt dahinter?

Entweder du suchst dir dafür einen therapeutischen Rahmen, wie wir ihn anbieten, oder vielleicht ist es dir auch möglich, dass du dir selbst eine Situation schaffst, die wir „Witnessing“ (= Bezeugen) nennen: Verabrede dich mit einem Mann, dem du vertraust, und vereinbare mit ihm, dass er einfach nur da ist und dass es keine Berührung geben wird. Dann kannst du in die Selbstliebe gehen, dich selbst berühren und schauen ob Angst hochkommt und diese dann einfach mal versuchen anzunehmen und zu fühlen.

Wir empfehlen dabei das Ziel des Orgasmus loszulassen und zu versuchen möglichst im Moment zu sein und einfach nur zu spüren, was gerade da ist. Du kannst dabei auch ins Forschen gehen und deine Vulva mit den Händen erkunden, oder deine Vagina mit einem Finger oder einem Glasdildo. Dabei geht es dann nicht so sehr um Lust und Erregung, sondern eher darum dich überhaupt zu spüren, auch eventuelle Taubheit und Schmerz.

Zum Thema starke Stimulation

Wie wir in der Frage zur letzten Woche bereits geschrieben haben, ist es für den Körper schwierig auf eine neue Art in Erregung zu kommen, wenn er eine bestimmte Art von Stimulation gewohnt ist; speziell über Vibratoren, die die Vibrationsrezeptoren stärken, nicht aber die generelle Sensibilität von Vulva und Vagina. Das lässt sich aber bewusst verändern und üben (s. unsere Antwort von letzter Woche). Wenn du eine sehr starke Stimulation gewohnt bist, kannst du versuchen diese langsam runterzufahren, immer schwächer werden zu lassen und den Körper durch gleichzeitige neue Reize so wieder mehr zu sensibilisieren.

Liebe Grüße, Mara + Vivien

Informationen zu dem Orgasmic-Woman-Coaching-Programm findest du unter www.orgasmic-woman.com

Der Liebeskunst-Netzwerk-Newsletter erscheint jeden Dienstag. Er zeigt, welche Workshops und Events zu den Themen Liebe, Lust und Persönlichkeitsentwicklung es in Berlin gibt, darunter auch viele Termine für Frauen, die man anderswo nicht findet.
Abonnieren kann man ihn hier: http://www.berlin007.de/abo

Diese Aktion hatte die höchste Klickrate, die es in diesem Newsletter je gab. Daher haben wir beschlossen, das für euch weiterzuführen. Wenn du eine Frage zum Thema „Orgasmus“ hast, kannst du diese jetzt auch über unsere Website www.orgasmic-woman.com stellen. Dort findest du auch weitere Fragen und Antworten.

Willkommen

Herzlich willkommen bei meinem neuen Blog „Lust am Lieben“! Als Heilpraktikerin, Sexual- und Körpertherapeutin und SexCoach mache ich mir natürlich viele Gedanken zu allen Themen rund um die Liebe und die Sexualität. Diese Gedanken möchte ich hier in diesem Blog mit dir teilen. Außerdem werde ich hier über meine Arbeit berichten.

Meine Arbeit als SexCoach

Ich werde immer wieder gefragt wie ich denn zu meinem Beruf gekommen bin. Für mich ist das eigentlich eher eine Berufung, denn die Themen Liebe, Sexualität und Beziehungen haben mich schon immer interessiert. Nach dem Studium der Literatur und Psychologie habe ich angefangen zu schreiben, bis das Bedürfnis aufgekommen ist mehr in den Körper zu kommen und nicht mehr nur mit dem Kopf zu arbeiten. Daher habe ich die Ausbildung zur Sexological Bodyworkerin und dann auch zur Heilpraktikerin gemacht, und bin glücklich seit 2016 Menschen unterstützen zu können eine erfüllende Sexualität zu leben.

Meine Themen als SexCoach

Mich interessiert wie unser Körper funktioniert, speziell in Bezug auf unsere Sexualität: Wie entsteht Lust? Wodurch werden wir erregt? Wie können wir Erregung halten und steuern? Was ist ein Orgasmus? Wie ist Ekstase möglich? Was heißt es sich orgasmisch zu fühlen, orgasmisch zu sein?
Und wenn es um Beziehungen geht: Worauf basiert Anziehung? Warum finden wir jemanden attraktiv? Was macht eine glückliche Beziehung aus? Wie können wir mit jemandem verschmelzen ohne uns dabei aufzugeben? Braucht es in sexuellen Beziehungen eine Polarität (z.B. männlich – weiblich)?
Und schließlich zum Thema Heilung: Wie können wir uns aus alten Mustern lösen? Wie können wir unsere Blockaden auflösen, unseren Panzer ablegen? Wie schaffen wir es uns selbst zu heilen?

Deine Fragen an mich

Zu den oben genannten Themen möchte ich in diesem Blog schreiben. Wenn du Fragen hast, die dich beschäftigen, kannst du diese gerne mit mir teilen! Schreib mir einfach eine E-Mail an mara@lust-am-lieben.de! Ich werde darüber nachdenken und diese Gedanken dann eventuell auch hier weitergeben.